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Laura
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Beitragvon Laura » Di 14. Jun 2022, 16:12

Hi in die (kleine) Runde!

Ich habe das heute oder gestern in den Radionachrichten gehört: Es gibt bereits finanzstarke Investoren, die eine Arztpraxis nach der anderen aufkaufen! Es wird diesen Investoren nachgesagt, dass ihre Strategie, Geld abzuschöpfen, so wirtschaftlich-kompliziert dargelegt wird, dass man kaum durchblicken und sie am Schlaffittchen packen kann. Von den Krankenkassen hört man wiederum, ihnen würden die Gelder ausgehen. Alles ist schlecht, manche Leute heulen deswegen aber lieber im Taxi als in der Straßenbahn!

Und ich hatte schon gehofft, als ich mir neulich den Hollywood-Spielfilm "Das Beste kommt zum Schluss" mit jahrelanger Verspätung auf DVD angeschaut habe, es sei in der Figur, die Jack Nicholson gespielt hat, eben doch nur Hollywood oder auch "ja ja, die Amis..." nichts, was ich auf mein eigenes Leben beziehen müsste. Diese Figur kauft öffentliche Krankenhäuser auf, streicht Stellen etc. und scheffelt Milliarden dabei.

Muss ich das jetzt ganz düster sehen, dass Gesundheit auch nur ein Gut ist, das sich eben nur die Reicheren leisten können? Bislang fand ich es schon heftig, was in einer Psychiatrie den privat versicherten Patienten alles zugebilligt wird, den gesetzlich versicherten aber nicht. Und dann kommen noch so wohlklingende Erklärungen, dass man das und das nicht (gemacht) bekommt, damit man auch ja Selbstständigkeit bewahren kann. lol, privat versicherte Patienten, die eine chronisch verlaufende psychische Erkrankung erwischt haben, bekommen die private Krankenversicherung doch auch nur von den betuchten Angehörigen bezahlt. Müssen das aber ausgeweidete Hühner sein, wenn man sie möglichst in Unselbständigkeit halten will! Es mag einigen privat versicherten Patienten aber ein "Trost" sein, dass sie in jeglicher Hinsicht besser behandelt werden als die gesetzlich versicherten. Manche Patienten sind halt gleicher....
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

mamschgerl
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Re: Investoren

Beitragvon mamschgerl » Mi 15. Jun 2022, 20:40

Nestle und Konsorten stecken hinter mancher Tierarztpraxis und andere stecken hinter Zahnarztpraxen und etlichen, sonstigen Kliniken.
Ich habe das durch eine Doku erfahren, die darauf Bezug nimmt, daß gerade viele Tiere in Kliniken qualvolle und unnötige Operationen durchleiden müssen, weil den Haltern aus Profitgier so ziemlich alles an „Hilfe“ empfohlen wird...da wird den verzweifelten Kunden das Geld aus der Tasche gezogen und Hoffnung vermittelt, wo eigentlich die erlösende Spritze angesagt wäre...ganz abgesehen von unnötigen Untersuchungen als zusätzlichem Beiwerk...
Leider verbreitet sich schon länger diese Unsitte, daß Investoren Ärzte aus allen möglichen Fachrichtungen damit ködern, sehr viel mehr Geld verdienen zu können, wenn sie sich als deren Handlanger verdingen und das Patientenwohl nur noch durch die Geldbrille und den durch aufgeschwätzte Behandlungen zu erwartenden Profit betrachten.
Da stellt sich die Frage, ob es nicht gut ist, ein herkömmlicher Kassenpatient zu sein, der sich zwar über die ihm zustehenden und durch die Krankenkasse finanzierten Behandlungsmöglichkeiten selbst informieren muß, dafür aber keinen unnötigen Behandlungen unterzogen wird, wohingegen einem zahlungskräftigeren Privatpatienten alles mögliche an ach so tollen und neuen Methoden aufgeschwatzt wird, die letztlich nur dem Patienten ein gebauchpinseltes Extrawürstchengefühl geben, aber nicht unbedingt mehr an Gesundheit.
Und natürlich gibt es in der Psychiatrie genau dieselben Methoden.
Bei meinem Klinikaufenthalt gab es zwar für ausschließlich jeden ein Einzelzimmer mit Balkon, Fernseher und Telefon, doch die Ausrichtung der Zimmer war zur Parkanlage und Zufahrtsstraße hin ( was deswegen auch nicht schlechter war ), die anderen der besser zahlenden Patienten lagen natürlich zum See hin, hatten jeden Tag frisches Obst auf dem Tisch, Säfte und Blumen, bessere Möbel und weitere Annehmlichkeiten, zudem nahmen diese ihre Speisen in einem extra Raum ein, natürlich auch mit extra Speisenauswahl.
Ihre Behandlungen beinhalteten auch einige Massagen, Nutzung der Sporträume und -geräte, die man ansonsten zusätzlich buchen müsste für nicht wenig Geld...
Aber was soll´s, zum Rauchen in der Raucherecke kamen alle und da waren alle wieder gleich :mrgreen:

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Laura
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Re: Investoren

Beitragvon Laura » Di 19. Jul 2022, 15:06

Ich kann nur hoffen, dass beim anstehenden Gerichtsprozess gegen den zur Abwahl "designierten" Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann auch untersucht wird, inwieweit sich Peter Feldmann von Nestle hat zum Hampelmann machen lassen. Weihnachts-Carepakete für die Bedürftigen in Frankfurt, voller Nestle-Produkte, die aufgrund ihrer Nähe zum Mindesthaltbarkeitsdatum schlicht und ergreifend der Tafel hätten übergeben werden können (was die Supermärkte sowieso tun, also was der Handel der Tafel an Restposten überlässt, darunter befinden sich auch immer wieder Nestle-Produkte, aber diese Entscheidung geht von den Supermärkten aus, nicht von Nestle als Hersteller), anstatt das als unglaublich barmherzige Geste gegenüber den Armen in Frankfurt anzupreisen. Und dann konnten noch nicht einmal alle Bedürftigen in diesen Genuss kommen, es hätte nicht für alle gereicht, die bei den Ämtern als Stützenempfänger registriert waren. Da hatten in nur einer Weihnachtszeit ein paar "Unachtsamkeiten" mehr stattgefunden. Angeblich waren diesmal tatsächlich extra Lebensmittel eingekauft worden, aber als ich mit der mit reichlich Verspätung gesandtem Berechtigungsschsreiben zur Ausgabestelle trabte, war's wieder nur ein Paket mit Nestle-Junkfood. Ich hatte vor meinem Gang mit jemandem von der Stelle telefoniert und die Dame jammerte mir was vor, dass dieses Jahr noch kaum jemand gekommen wäre, um sich die Pakete abzuholen und dass es dieses Jahr besonders schade sei um die Lebensmittel, weil "die Stadt" noch extra Lebensmittel dazueingekauft hätte. Ich konnte immerhin einwerfen, dass das Benachrichtigungsschreiben ja auch reichlich spät versendet worden war.


Bin ich zu anspruchsvoll und zu arrogant? Wäre ich, bevor ich verhungern und erfrieren müsste, nicht unglaublich froh und dankbar, wenn ich mir ein abgelaufenes Tütensüppchen des Nestle-Konzerns machen dürfte? Ja, aber dann wäre es immer noch besser gewesen, die Sachen der Tafel zu übergeben anstatt mit all diesen Resten einen auf Weihnachtsmann und Mutter Teresa zugleich machen zu wollen. Noch lieber ist es mir aber, nicht so dermaßen arm gemacht zu werden, dass ich einem "edlen Spender" für so viel "Großzügigkeit" auch noch danken müsste. Es ist ja nicht so, als ob ein anderer Bedürftiger mit mir etwas geteilt hätte, sondern da bekommt man von wohlhabenden Leuten junk food in Form von nicht mehr verkäuflichen Resten überlassen als hätte sie das was gekostet!

In dieser Sache bin ich gleichermaßen auf Peter Feldmann, als dem "Schirmherrn" als auch auf Nestle sauer. Ansonsten würde mich aber interessieren, ob der Einfluss von Nestle auf Peter Feldmann noch weiter reicht(e) und wenn ja, ob Nestle den Feldmann bestochen hat, damit Feldmann Nestle-Interessen auf politischer Ebene absegnet. Vielleicht wollte Nestle aber auch nur wieder mal "ein bisschen" sein ramponierte Image aufbessern, als ein Konzern, der die Armen nicht vergisst. Eheleute Feldmann müssen fürwahr sehr arm sein, wenn es nur für ein Auto langt, anstatt noch für einen Zweitwagen für die Ehefrau, damit sie bequem zum eigenen Arbeitsplatz fahren kann.
Zuletzt geändert von Laura am Di 19. Jul 2022, 17:48, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Investoren

Beitragvon Laura » Di 19. Jul 2022, 17:18

Das Folgende gehört zwar nicht mehr zum Thema Investoren oder Nestle, aber wenn ich hier schon was über den Feldmann losgelassen habe, dann möchte ich auch seine Vorgängerin, Petra Roth nicht unerwähnt lassen. Petra Roth war Mitte der Nuller-Jahre, zu einem Vortrag in der Reha-Werkstatt eingeladen, in der ich zu dem Zeitpunkt als Rehabilitandin "in Beschäftigung gehalten" wurde. Ich bewege mich im Inneren des Gebäudes in Richtung Ausgangstür, um nach draußen zu gelangen und sehe durch die Tür - sie bestand überwiegend aus Glas - Petra Roth heranrauschen, ohne Eskorte. Petra Roth hält ihr Handy am Ohr und scheint zutiefst in ein Gespräch vertieft zu sein. Ich passe also schon mal auf. Bingo! Als Petra Roth die Eingangstür aufmacht, achtet sie vor lauter Handygespräch nicht darauf, ob sie die Eingangstür jemanden, der sich drinnen befinden könnte, in den Körper rammt, obwohl die Tür verglast ist. Sie macht also mit einem heftigen Schwung die Tür auf, die nach innen geht, ich springe zur Seite, schaue Madame Roth in die Augen und sage (damals war ich schüchterner als heute) einfach nur "ups" anstatt sie daran zu erinnern, dass Fußgänger auch Sicherheitsregeln zu befolgen haben. Petra Roth schaut mich kalt an und sagt mit eiskalter Donnerstimme "Guten Tag!".

Mag ja sein, dass sie da unbedingt noch etwas am Handy zu bequatschen hatte, aber dafür hätte sie im Außenbereich auch einfach stehen bleiben können, um das Gespräch zu Ende zu führen anstatt als uneskortierte Fußgängerin (also damit meine ich natürlich nicht, dass ich denke, dass sie zu Fuß in die Reha-Werkstatt gepilgert wäre, sondern dass sie sich nun mal schon auf dem Gelände des Fußvolks befand und nicht mehr auf der Straße.) eine Eingangstür aufzureißen und davon auszugehen dass wenn sie irgendwo aufkreuzt, alle zur Seite zu springen hätten, um ihr Platz zu machen. Und wahrscheinlich hätte sie nicht gedacht, dass mir durchaus klar war, dass da Petra Roth, die damalige Oberbürgermeisterin der Stadt, vor mir stand. (Sie wusste ja, dass es sich um eine Reha-Werkstatt für psychisch Kranke handelte und wollte in dieser Beziehung anscheinend auch was für ihr Image tun) Denn sonst hätte sie wohl sowas Kriecherisches wie "Es war mir eine Ehre, Ihnen Platz machen zu dürfen, Frau Oberbürgermeisterin! Ich bin ganz und gar nicht zur Seite gesprungen, weil ich Sie etwa für eine fahrlässige Handy-Benutzerin halten würde." von mir erwartet. Pöh, mit meinem "ups" war ich noch viel zu nett zu ihr. Allerdings möchte ich mich, wenn es geht, nicht mit Politikern anlegen. Ich weiß ja, wie sich die Dinge verwickeln können, wenn ich auch nur einen Profi-Helfer völlig zu Recht kritsiere. Anderen ist es wurscht, ob ich "überempfindlich" bin oder nicht, Hauptsache, sie müssen keinerlei Rücksicht auf mich nehmen und Hauptsache, sie kommen damit durch.

Und etwa um die Jahrtausendwende herum, sah ich auf der Frankfurter Zeil Petra Ditfurth auf dem Rad vorbeiradeln, also mitten auf der Fußgängerzone. Sie fuhr sehr langsam und sehr sicher und war nicht die Sorte Radfahrer, bei der man als Fußgänger auch besser auch nur auf dem Bürgersteig anhält und sich bereit macht, zur Seite zu springen. Also, wenn schon nichts perfekt sein kann und man hier und da Kompromisse schließen muss, so ist mir Jutta Ditfuhrt als achtsame und geübte Radfahrerin mitten in einer Fußgängerzone immer noch angenehmer als so 'ne "berufskranke" Petra Roth, die, wenn sie denn mal als Fußgängerin unterwegs sein muss, keinen Plan von Achtsamkeit gegenüber anderen Fußgängern hat. Aber sorry, Niveau ist ja schließlich keine Hautcreme, damals war Madame Roth natürlich von wichtigeren Dingen in Anspruch genommen als über Verkehrsregeln, Handygespräche und die köperliche Unversehrtheit ihrer "Untertanen" nachzudenken.

Alles lange her.

Aber Peter Feldmann braucht jetzt auch nicht zu denken, dass er sich stets durchs Leben bluffen kann. Damit meine ich eher die Vorwürfe, die jetzt von öffentlicher Seite gegen ihn gerichtet werden. Aufgrund seiner verheuchelten Nestle-Aktion und aufgrund eines rhetorischen Tricks, den er sich mal auf einem Vortrag im Historischen Museum Frankfurts (da war ich im Publikum und konnte Feldmann also reden hören) geleistet hat, halte ich Feldmann sowieso für unglaubwürdig. Es wundert mich also nicht, dass er sich noch anderweitig daneben benommen hat. Truth will out.
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